Diss-Projekt

Die Professionalisierung der bundesdeutschen Industriedesigner 1959-1990 – Strategien einer Berufsgruppe im Kontext von Kreativität, Wirtschaft und Politik

Das Promotionsprojekt untersucht, wie sich die Berufsgruppe der Industriedesigner in einem unternehmerischen Umfeld zwischen Ökonomie und kreativen Tätigkeiten nach 1968 in Westdeutschland entwickelte. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass es zu einer Professionalisierung des Berufs „Industriedesigner“ als eine neue Funktionselite kam. Zeitgleich erhielt die industrielle Formgebung in den Firmen eine neue Bedeutung und im Zuge dessen begannen die Gestalter mit „Wissen“ zu argumentieren. Parallel erklärten die Akteure Design als einen ökonomischen und soziokulturellen Faktor im weltweiten Wettbewerb.

Methode & Theorie

Den methodischen Zugang bildet eine akteurszentrierte Analyse der Industriedesigner, um das Handeln der Gestalter in Netzwerken und Unternehmen sichtbar zu machen.
Theoretisch verfolgte das Projekt einen strukturfunktionalistisch-interaktionistischen Ansatz einer Professionsforschung. Mit Bezug auf Eliot Freidson und Andrew Abbott werden folgende Charakteristika für die Berufsgruppe der Industriedesign herausgearbeitet: 1. Das berufsbezogene, spezialisierte „Wissen“. 2. Eine eindeutige, formale Definition der Tätigkeit, die einhergeht mit einer Monopolisierung des Tätigkeitsfeldes. 3. Die Herausbildung von Berufsverbänden zur Selbstverwaltung der Profession sowie die Entwicklung einer „Berufsethik“. Durch diese Merkmale wird die Entwicklung der Industriedesigner strukturiert.

Arbeitshypothesen & Analyseebenen

Zwei Arbeitshypothesen bilden die Grundlage für das Projekt: (1.) Zwischen den 1960er und 1990er Jahren kam es zu einer weitreichenden Transformation des bundesdeutschen Industriedesigns. (2.) Dieses Industriedesign wurde hauptsächlich geprägt von einer losen Gruppe von Designern der früheren Hochschule für Gestaltung in Ulm.
Diese Hypothesen werden wiederum auf zwei unterschiedlichen Ebenen analysiert, die sich verkürzt als Makro- und Mikrostrukturen beschreiben lassen. Die erste Arbeitsebene untersucht den Beruf „Industriedesigner“ in der Bundesrepublik und überprüft nationale Phänomene einer Professionalisierung der Produktgestaltung. Die zweite Ebene hinterfragt diese Entwicklungen anhand vier unterschiedlicher Firmen.

Unternehmensbeispiele

Diese vier Unternehmensbeispiele sind die BASF AG, MAN AG, Rosenthal AG und Siemens AG. Anhand dieser Konzerne und deren vielfältigen Produktfeldern werden unterschiedliche Themenkomplexe herausgearbeitet, um Prozesse einer Professionalisierung im Industriedesign „vor Ort“ konkretisieren zu können. Ziel ist es generellen Entwicklungen einer Professionalisierung des Berufs „Industriedesigner“ an konkreten Fallbeispielen kritisch zu hinterfragen. Eventuelle Diskrepanzen zwischen den makro- und mikrostrukturellen Ebenen können dabei aufgezeigten werden.

Inhaltsverzeichnis der eingereichten Fakultätsfassung

 

zuletzt geändert am 14. März 2017

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